Sonntag, 8. April 2018

Jubiläum 8.04.2018 : 200 Jahre A. W. von Hofmann


Büste von A. W. von Hofmann (1818-1892)



 8. April 1818  Geburt von August Wilhelm Hofmann als sechstes Kind des
                                    Universitätsbaumeisters Johann Phillipp Hofmann und seiner Frau

     Wilhelmine Hofmann, geb. Basenius, in Giessen

          1843  Privatassistent von Prof. Liebig, 1. Veröffentlichung über
                                 „Untersuchungen des Teers“ , Annalen de Chemie u. Pharmacie

                        1845  Privatdozent an der Universität Bonn, ab Oktober Wechsel nach
                       London, Aufbau und Leitung des „College of Chemistry“.

             1865  Berufung an die Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin.
      Lehrbuch „Einleitung in die moderne Chemie“
                
                                  1892  Am 5. Mai stirbt Hofmann nach einem arbeitsreichen und heitereTag
abends in seiner Wohnung in Berlin
                                               In einem Nachwort bezeichnet Kaiserin Friedrich ihn „als leuchtenden
                        Stern“

Eine Biographie ist in Vorbereitung!


Donnerstag, 29. März 2018

Hofmann schreibt Erinnerungen an vergangene Freunde wie Adolph Wurtz


Adolph Wurtz (1817-1884)


Hofmann galt inzwischen als begnadeter Redner, geradezu berühmt wurde er durch seine Gedächtnisreden nach dem Tod lieber Freunde.
Dazu zählten:
Thomas Graham
Gustav Magnus
Justus von Liebig
Alphons Oppenheim
Heinrich Puff
Paul Mendelssohn Bartholdy
Hermann von Fehling Friedrich Wähler
Jean-Baptiste-André Dumas
Quintino Sella
Adolph Wurtz




Im Jahr 1888 entschloss sich Hofmann, diese Gedächtnisreden in 3 Bänden zu veröffentlichen:
"Zur Erinnerung an Vorangegangene Freunde", Druck u. Verlag Friedrich Vieweg u. Sohn, Braunschweig, 1888.
Das Buchprojekt bestand aus einer Sammlung Hofmannscher Gedächtnisreden hochrangiger Wissenschaftler mit kunstvollen Portraitzeichnungen von Julius Ehrentraut.

Spontan kam Hofmann die Idee, seine erlauchte Schülerin und Kaiserin Friedrich,welche der Wissenschaft und ihren Pflegern stets ein so warmes Interesse entgegenbrachte, um die Widmung seines Buches zu bitten. Die Kaiserin nahm freudig an und schrieb dann später im Königlichen Schloss Kiel u.a.:

Vor einigen Tagen sind mir die Bände Ihres neuerschienenen Werkes: „Zur Erinnerung an vorausgegangene Freunde“, zugegangen....
Wie passen Inhalt und Titel zu meiner Stimmung. Einige unserer Lieben wurde es vergönnt, den Lohn ihrer Mühen, das Resultat ihres Denkens und Schaffens zu sehen....Andere aber  wurden abberufen, als sie am nöthigsten schienen...
Sie selbst haben in ihrem Leben viel gelitten und viel verloren, haben an Gräbern gestanden, die ihr ganzes irdisches Glück bargen....
Sie kennen meine Liebe zur Natur, meine Begeisterung für die Wissenschaft und mein tiefes Interesse an ihren Forschungen; daher hat mich die Widmung ihres Buches mit wehmütiger Freude erfüllt, und ich bin stolz, meinen Namen auf der ersten Seite des Buches eingeschrieben zu lesen.
stets Ihre Victoria, Kaiserin und Königin Friedrich







Sonntag, 25. Februar 2018

Hofmann trauert um Justus Liebig

Denkmal von Liebig (München)


Das Jahr 1873 sollte für Hofmann ein trauriges  Ereignis bereithalten.
Aus seiner Korrespondenz mit seinem väterlichen Freund Liebig war er schon ein wenig vorbereitet worden, dass dessen Lebensuhr langsam ablief.
Es fing schon damit an, dass Liebig den Wunsch äußerte, einen Roman zu schreiben, um die Erfahrungen seines Lebens aufzuzeichnen und die vergangenen Zeiten möglichst anschaulich darzustellen. 
Allerdings blieb es bei nur wenigen biographischen Aufzeichnungen.
Im Jahr 1870 stellte sich dann eine Hirnhautentzündung ein, begleitet von Schmerzen, Fieber und verstärkter Schlaflosigkeit, unter der er schon immer gelitten hatte. 
Hofmann riet ihm dringend, endlich auf das „Schlafpulver“ zu verzichten.
Liebig hatte Todesahnungen, verfasste sein Testament und bedachte alle Freunde mit Andenken. 
Er ließ für sich einen Sarg zimmern, der von den Schreinern auf den Dachboden transportiert wurde. Bei der Gelegenheit entdeckte er dort einen zweiten Sarg. Seine Frau hatte ihn für sich anfertigen lassen.
Im nächsten Jahr ließen die Kräfte weiter nach, besonders beunruhigte ihn sein nachlassendes Gedächnis. Trotz aller Beschwerden hielt er noch seine Vorlesung im Wintersemester.
Im Frühjahr verschlechterte sich sein Zustand und er litt besonders unter der Schlaflosigkeit, was er in einem Brief an Wöhler beklagte:

Ob man wohl im Alter an Schlaflosigkeit, ohne eigentliche Krankheit, zugrunde geht?
Es ist das vegetative Leben, der Ersatz in der Nacht, der, wenn er fehlt, die Lampe allmählich zum Verlöschen bringt.“

Seine Lampe erlosch am 18. April 1873.

Für Hofmann war es tröstlich, dass sein Freund auf den Tod vorbereitet war, denn für ihn hatte das Leben seinen Sinn verloren, wenn die Schwächen von Körper und Geist ihn zur passiven Leidenshaltung verurteilten.

Nun sah Hofmann es als seine Aufgabe an, das Gedenken an den großen Chemiker Liebig mitzugestalten.