Sonntag, 8. April 2018
Donnerstag, 29. März 2018
Hofmann schreibt Erinnerungen an vergangene Freunde wie Adolph Wurtz
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| Adolph Wurtz (1817-1884) |
Hofmann galt inzwischen als begnadeter Redner, geradezu berühmt wurde er durch seine Gedächtnisreden nach dem Tod lieber Freunde.
Dazu zählten:
Thomas Graham
Gustav Magnus
Justus von Liebig
Alphons Oppenheim
Heinrich Puff
Paul Mendelssohn Bartholdy
Hermann von Fehling Friedrich Wähler
Jean-Baptiste-André Dumas
Quintino Sella
Adolph Wurtz
Im Jahr 1888 entschloss sich Hofmann, diese Gedächtnisreden in 3 Bänden zu veröffentlichen:
"Zur Erinnerung an Vorangegangene Freunde", Druck u. Verlag Friedrich Vieweg u. Sohn, Braunschweig, 1888.
Das Buchprojekt bestand aus einer Sammlung Hofmannscher Gedächtnisreden hochrangiger Wissenschaftler mit kunstvollen Portraitzeichnungen von Julius Ehrentraut.
Spontan kam Hofmann die Idee, seine erlauchte
Schülerin und Kaiserin Friedrich,welche der Wissenschaft und ihren Pflegern stets ein so warmes
Interesse entgegenbrachte, um die Widmung seines Buches zu bitten. Die
Kaiserin nahm freudig an und schrieb dann später im Königlichen Schloss Kiel
u.a.:
Vor einigen Tagen sind mir die
Bände Ihres neuerschienenen Werkes: „Zur Erinnerung an vorausgegangene
Freunde“, zugegangen....
Wie passen Inhalt und Titel zu
meiner Stimmung. Einige unserer Lieben wurde es vergönnt, den Lohn ihrer Mühen,
das Resultat ihres Denkens und Schaffens zu sehen....Andere aber wurden abberufen, als sie am nöthigsten
schienen...
Sie selbst haben in ihrem Leben
viel gelitten und viel verloren, haben an Gräbern gestanden, die ihr ganzes
irdisches Glück bargen....
Sie kennen meine Liebe zur
Natur, meine Begeisterung für die Wissenschaft und mein tiefes Interesse an
ihren Forschungen; daher hat mich die Widmung ihres Buches mit wehmütiger
Freude erfüllt, und ich bin stolz, meinen Namen auf der ersten Seite des Buches
eingeschrieben zu lesen.
stets Ihre Victoria, Kaiserin
und Königin Friedrich
Sonntag, 25. Februar 2018
Hofmann trauert um Justus Liebig
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| Denkmal von Liebig (München) |
Das Jahr 1873 sollte für Hofmann ein trauriges Ereignis bereithalten.
Aus seiner Korrespondenz mit seinem
väterlichen Freund Liebig war er schon ein wenig vorbereitet worden, dass
dessen Lebensuhr langsam ablief.
Es fing schon damit an, dass Liebig den Wunsch
äußerte, einen Roman zu schreiben, um die Erfahrungen seines Lebens
aufzuzeichnen und die vergangenen Zeiten möglichst anschaulich darzustellen.
Allerdings blieb es bei nur wenigen biographischen Aufzeichnungen.
Im Jahr 1870 stellte sich dann eine Hirnhautentzündung ein, begleitet von Schmerzen, Fieber und verstärkter
Schlaflosigkeit, unter der er schon immer gelitten hatte.
Hofmann riet ihm
dringend, endlich auf das „Schlafpulver“ zu verzichten.
Liebig hatte Todesahnungen, verfasste sein
Testament und bedachte alle Freunde mit Andenken.
Er ließ für sich einen Sarg
zimmern, der von den Schreinern auf den Dachboden transportiert wurde. Bei der
Gelegenheit entdeckte er dort einen zweiten Sarg. Seine Frau hatte ihn für sich
anfertigen lassen.
Im nächsten Jahr ließen die Kräfte weiter
nach, besonders beunruhigte ihn sein nachlassendes Gedächnis. Trotz aller
Beschwerden hielt er noch seine Vorlesung im Wintersemester.
Im Frühjahr verschlechterte sich sein Zustand
und er litt besonders unter der Schlaflosigkeit, was er in einem Brief an
Wöhler beklagte:
Ob man wohl im Alter an Schlaflosigkeit, ohne eigentliche Krankheit,
zugrunde geht?
Es ist das vegetative Leben, der Ersatz in der Nacht, der, wenn er fehlt,
die Lampe allmählich zum Verlöschen bringt.“
Seine Lampe erlosch am 18. April 1873.
Für Hofmann war es tröstlich, dass sein Freund
auf den Tod vorbereitet war, denn für ihn hatte das Leben seinen Sinn verloren,
wenn die Schwächen von Körper und Geist ihn zur passiven Leidenshaltung
verurteilten.
Nun sah Hofmann es als seine Aufgabe an, das
Gedenken an den großen Chemiker Liebig mitzugestalten.
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